Beim Lesen einer Plattenkritik zu Everlasts’ neuem Album brachte mich ein Satz zum Nachdenken. Das Lied “Little Miss Amerika” beschreibt, “wie die [US Soldaten] aus dem Krieg zurückkehren in eine Gesellschaft, mit deren verlogenen Werten sie nicht mehr zurechtkommen, obwohl sie diese gerade im Irak verteidigt haben.”
Wie viel Wahrheit verträgt der Mensch? Was ist Wahrheit? Und wem kann man wie viel Wahrheit zumuten?
Nietzsche gab zu bedenken das sich Wahrheit innerhalb einer Kultur konstruiert. Somit von Peripherie zu Peripherie unterschiedlich ist, je nachdem in welchem Kulturkreis man sich gerade aufhält. Aus Sicht des Einzelnen gibt es nur eine Wahrheit und dies aufgrund dessen, weil Wahrheit immer subjektiv ist. Wahrheiten können miteinander konkurrieren, da es unterschiedliche Sichtweisen gibt. Christlich religiöse Wahrheiten werden verkündet und halten sich für Absolut und unumstößlich. Wissenschaftliche Wahrheiten werden durch Theorie und Praxis allgemeingültig, so lange bis jemand anderes diese Wahrheit widerlegt und/oder erweitert. In Zeiten der Aufklärung sucht der Mensch nach Wahrheiten um nach Vollkommenheit zu streben. Für Romantiker ist die Wahrheit nie vollkommen und schwer greifbar. Sie existiert zwar, jedoch parallel zur eigenen Welt. Die Naturalisten sehen das Leben an sich als wissenschaftlich erklärbares Subjekt, dessen Wahrheit zu Tage tritt indem man deren Bestimmung ergründet (wow, was für eine Aufgabe!). Mit einsetzen der Industrialisierung wird der Mensch als Teil der Masse gesehen. Ein homo faber, der Schaffende, seiner Zeit, der möglichst wenig denkt und viel unternimmt um eben dem Denken auszuweichen.
Wie beeinflußt das Ausweichen des Denkens die Wahrheit? Existieren dann nur noch Halbwahrheiten? Kennt ein Mensch jemals die volle Wahrheit oder kann es nur Halbwahrheiten geben, weil wir nie im Stande sein werden Wahrheiten im ganzen aufzunehmen, wiederzugeben bzw. zu verstehen?
Und was ist mit der Tatsache eine Wahrheit zu kennen, sie aber nicht äußern zu wollen oder zu können aus Angst ein Tabu anzusprechen und mit möglichen negativen Konsequenzen rechnen zu müssen (siehe Hannah Arendt in Wahrheit und Politik)? Unterdrückung der eigenen Meinung um mit der Masse konform zu gehen sind heutzutage nur allzu chic. Wobei hier die Leute die gerne ihre Wahrheit äußern wollen würden, sich aber aus politischen Gründen gezwungen sehen dies nicht zu tun, mal ausgenommen sind.
Der Denkende wägt ab, was die Äußerung seiner Wahrheit bewirken könnte und ob sie jemandem schaden kann. Eine Betrachtung auf Makro Ebene ist gefordert um sie auf Mikro Ebene umzusetzen. Manche denken über keine Konsequenzen nach, wobei eine klare Abgrenzung von der Wahrheit und der eigenen Meinung gefordert ist. Da Wahrheit ja immer subjektiv ist, reräsentiert sie die eigene Meinung. Eine kollektive Wahrheit schränkt die eigene Meinung ein.
Im Falle der wiedergekehrten US Soldaten können kollektive Wahrheiten so tiefgreifend sein, das sie ein ganzes Leben gestalten und zur Identitätsbildung beitragen. So weit, das sie bereit sind dafür zu kämpfen, um am Ende zu sehen das es gar nicht ihre individuelle Wahrheit war für die sie gekämpft haben! Das Individuum steht vor einem Scherbenhaufen seiner selbst.
Logisch wäre es hier jetzt das Video zu der Botschaft zu posten, doch ich entschied mich für Everlasts’ aktuelle Single Auskopplung “I get by” weil, es so herrlich sozialkritisch ist und mir das Video persönlich gut gefällt. Think about it!
I feel imperfect. My environment feels imperfect. My writing lacks interest and focus. I think I know where this feeling of imperfection comes from but I do not know where it is heading.
Studying for about 4 years now without graduating with “Bachelor of Arts” has its advantages and disadvantages. I had the freedom to study what I liked and therefore I gained a lot of insight and knowledge. Still, I feel unknowingly. I feel uncomfortable not knowing in which discipline I will find strength and affirmation. Impatience haunts me, seeing wrinkles here and there. Books that get dusty while never been touched. Areas of knowledge I am withdrawn because of shyness. This uncertainty makes me behave sometimes more ambiguous sometimes less. But it is definitely something I won’t miss once overcome.
I want to take myself seriously. I want you to perceive me as a woman, in categories which I define. As a person that made herself and overcame her fears that only existed in her head. Been struggling with impatience and naivety. I am sophisticated in every meaning! This writess is reliable, mistress of serenity. It’s not just that I need you to see me but that I need to take myself serious and for god sake- listen and see myself! The rest will follow…
Die Sonnenstrahlen rahmten ihren Körper ein. Dadurch wurden Brüste, Bauch und eine Seite des linken Oberschenkels betont. Ihr Kopf war leicht nach unten geneigt, der Blick ruhte auf ihm. Ihr Atem ging leise und rythmisch. Er lag neben ihr. Ebenfalls eingehüllt von warmen Strahlen, die Staubpartikel in der Luft umher schweben ließen, wie Pulverschnee.
Er war genährt, gesättigt und wollte doch mehr. Sein Finger umkreiste ihren Bauchnabel und wanderte den leicht behaarten Venushügel entlang. Seine Blicke ruhten auf ihr, in Gedanken sie verspeisend und in sich aufnehmend. Sie beugte sich über ihn, drückte seine Schultern leicht in die Matratze hinein und stemmte sich mit ihrem Gewicht gegen ihn. Tiefe Blicke. Um sie schwirren Partikel, genährt von ihrer Haut. In ihnen gibt es einen konstanten Austausch von winzigen Einheiten der Hormone, die sie, zumindest in diesem Augenblick, meint vereint zu sein, still zu stehen, liebend sich dem anderen gebend. Für den Moment lebend. Eine Metamorphose des Seins. Eine Entität daraus resultierend.
Beide sind erschöpft, in Gedanken, bei einander und bei sich. Generalisierende Objektivität in einem Konglomerat von Bedeutungen, Symbolen, Wünschen, Erwartungen, Verantwortungen und Aufgaben. Getrieben sind sie, getrieben habe sie es. Innere Unruhe, entladungen von kleinen Pfeilspitzen. Getroffen, verwundet, zurückschleppend zum Ursprung. Einem Instinkt folgend, Taten folgen. Die Archaik des Bewusstseins, meistens unbewusst stattfindet und vollkommen legitim. Zur Erklärung der Taten. Mostly simple as that!
Getrieben sind wir, treiben werden wir, selbstbestimmend. Wem es entgangen ist: es ist ein Widerspruch. Das sind einige Taten auch. Manchmal sogar ganze Einheiten von Menschen. Unser Pärchen jedenfalls, trägt jeder seine Last mit sich. Ein Schattenspiel der Gefühle. Beide möchten füreinander da sein, sich dem anderen hingeben, Nähe zu lassen, eine Einheit sein. Eine Gesellschaft bilden und darstellen. Gemeinsame Träume haben und verwirklichen. Der Alltag, die Pfeilspitzen, verletzen, kränken, sorgen für Distanz. Alles temporär. Überflüssig und spannend zugleich. So sind Menschen auch, sowie ihre Charaktäre. Simple as that!
Manche Vorkommnisse brauchen einfach länger um verarbeitet zu werden. Wenn der Moment dann da ist, kommt es intensiv, geballt, voller Farben und Klang. Zu Wissen das Ängste ihren Weg nach draußen finden, um sie besser verarbeiten zu können, ist beruhigend.
Manchmal sind Worte einfach unzureichend für das, was sich an Erfahrung angesammelt hat, und nun endlich in einem Bild verabreitet werden kann.
“Sein Wunsch, nicht so zu sein, wie es in den Medien suggeriert wird, führt zu einem Nihilismus, der Wim zu der Funktionshülle macht, die er vermeiden will.”
Ich wachte auf, mit Kopfschmerzen, die mich lähmten. Der Versuch sich daran zu erinnern, wie der Abend verlief, wen man traf, was man tat und wie man in diesem Bett landete. All dies schien mich zu überfordern. Ich schaltete ab und versuchte weiterzuschlafen. Mich in Trance wiegen, Rückzug in mein Nachtgewächshaus.
Sie kann sich kaufen, was sie möchte. Mir geht es gut, solange sie ihren Freundinnen ihre neueste Errungenschaft präsentieren kann, die nach 2 Tagen wieder out of date ist und wie ein Relikt aus der Vergangenheit, fein säuberlich in einen Schrank oder einem Karton verstaut, ihre letzte Ruhestätte findet. Es ist mir egal. Das Geld habe ich noch und die Nähe zu ihr scheine ich mir erkaufen zu können. Einmal versuchte ich ihr etwas über Bescheidenheit und gegenseitige Rücksichtnahme zu erzählen. Sie bediente in der Zeit ihr Smartphone und stieß ab und an ein gelangweiltes “Aha” aus. Das ich auf Desinteresse stoßen würde, damit hatte ich ja gerechnet. Aber das feindselige Funkeln in ihren Augen, machte mir dann doch ein wenig Angst. Übertrieb ich es mit unserem Glück in einem Loft, hoch über den immer dicker werdenden Abgaswolken von New York?
Womit sind wir zufrieden, gefangen in einer Konsumwolke? Erkaufte Identitäten, geschaffene Virtualität, welche uns in der Realität einholt. Was macht uns glücklich? Und mal im ernst, wieviele geschaffene Persönlichkeiten besitzen wir? Im bestenfalle nur die Eine. Aber selbst Diese zu finden, als Heranwachsende/r im Turbokapitalismus ist eine wahre Herausforderung. Nicht das es früher einfacher gewesen wäre. Ein Problem sehe ich jetzt nur in der Flut von Auswahlmöglichkeiten, geschaffen in einem Raum-Zeit Kontinuum, welches sich überlappt. Globalisierung halt. Nur total auf Speed, LSD, Crack. Ach, suchet euch aus, was auch immer synthetisch/künstlich daherkommt und einen sich selbst vergessen lässt. Wir würden gerne jemand anderes sein. Bloß nicht wir selbst. Denn das schlimmste wäre es herauszufinden, das wir im Endeffekt ganz normal sind. Mit simplen, archaischen Bedürfnissen. Menschlichen Verlangen und ja, Emotionen. Doch bevor uns diese Erkenntnis ereilt, wählt Zoe lieber das kleingepresste Höhlenfahrtskommando nach nirgendwo. Um dann, in einem Schleier von Schmerz zu erwachen, völlig enttäuscht. Damn it! Es hat sich nichts verändert. Und weiter geht es in einem Kreislauf, getrieben nach “etwas” anderem. Anders sein. Auffallen. Oder eben so sein, wie es der Trend ist/verspricht zu sein und uns von jeder viel zu großen Werbewand entgegenschreit. Aufdrängt.
Ich kann mich wehren. Insoweit ich es erkenne und mich damit auseinandersetze. Doch selbst das lässt mich nicht gefeit sein vor Gedanken, die mich noch dünner, brauner, hübscher, makelloser, perfekter, wünschen. Ich schrei(b)e dies hinaus.
Es stimmt, wir funktionieren (bis auf die paar Schlagzeilen, die von Vergewaltigung, Amokläufen und Massakern berichten, welche hauptsächlich terroristische Motive haben). Eine funktionierende Einheit von westlichen Cowboys und -girls, die schulterzuckend dem nächsten Freier in die Arme laufen. Ohne jetzt zu abwägig zu werden, macht die Medienmaschinerie viel unserer Identität und der einhergehenden, lebendigen Gleichgültigkeit aus. Wir fühlen uns bedroht, das Leben ist gefährlicher als je zuvor. Terrorwarnungen. Und der sichere Hafen ist nicht weit. Der Abendmessiah verbreitet sein Wort in glitzernen Einkaufstempeln in belebten, überlaufenen Straßen. Wo bleibt da die Angst? Hier wird entspannt ge/bekämpft.
Ich weiß nicht, wie es eine Gesellschaftschicht höher aussieht, aber das erinnert mich irgendwie an etwas das auf jeder Ebene in der es Heranwachsende Entitäten gibt, wahrnehmbar, greifbar nah ist.
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-09/leif-randt-roman
Mich stört meine Gleichgültigkeit dem Anderen gegenüber. Es gibt selten Menschen, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich versuche zu differenzieren zwischen meinem Charaker, meiner Identität, meiner Persönlichkeit und dem wie ich bin, das heißt, was ich durch ein mediales Trugbild inkorporierte um zu funktionieren. Mich nämlich zu distanzieren von meinen Emotionen. Dies ist ein Teil meiner durchlebten Sozialisation.
Ich schäle mich. Die Wahrheit tut oft weh. Die Gesellschaft, unser eigenes Spiegelbild?
Während die Welt und das Individuum nach Entropie streben finden wir immer wieder Erhabenheit in Schmerz, Angst und Terror. Man kann das so genannte Schlechte und Böse nicht zerstören, denn es war schon immer ein Teil von uns! Yes, Ladys and Gentlemen, there IS beauty in calamity!
Während ein Großteil der Menschheit sich den Standards des modischen Schönen hingibt, in der Hoffnung Anerkennung und Wertschätzung dafür zu bekommen, um sein Ego und damit seine Taten zu rechtfertigen, der wird eines Tages erwachen und sich fragen wofür er dies alles getan hat, wenn der Körper sich selbst zerstört und alles was bleibt nur Erinnerungen sind, ohne wirkliche Errungenschaften. Sind dann die Gedanken und Memoiren an vergangenes nicht Erhaben? Erwecken sie nicht Gefühle der Melancholie, der Einsamkeit? Ja, evozieren sie in unseren Erinnerungen nicht Bilder von uns selbst, die uns einzigartig, vollkommen, erscheinen lassen? Haben wir nicht Freude daran auf andere anziehend, angenehm und ansprechend zu wirken? Diese Momente, Lebensabschnitte sind kostbar. Und wenn man sich daran erinnert, hat man hoffentlich jeden Moment ausgekostet und bereut nichts!
Nun trete der Fall ein, das wir, junge Seelen, unverbrauchte, glatte, verruchte Fantasien hervorrufende Körper, zerfallen. Was bleibt für die Zukunft? Ganz von der Gesellschaft abhängig gibt es unterschiedliche Konventionen, wann ein Körper als ansehnlich, akzeptiert und schön gilt (vor allem bei Frauen) und wann der Körper besser versteckt bleibt unter der Kleidung in der man/frau steckt lieber verhüllt bleibt. Der Geist und das Wissen – sowie die sozialen Kompetenzen ihr/sein Können unter das Volk zu bringen – lassen eine Person erst unsterblich werden.
Man/frau verstehe mich nicht falsch, denn in einem gesunden Körper ruhet auch im bestenfalle ein gesunder Geist. Und das Gehirn ist ein Muskel, der genau wie der Bizeps trainiert werden will.
Ich stelle mir gerade eine Welt vor in der Weiblein und Männlein, wohl adäquat den äußeren umständen körperlich und geistig angepasst, leben würden. Wie würde es sein in so einer Welt zu leben? Materialismus wird Nebensache. Der Körper ein Werkzeug mit Kraft und Agilität verbunden. Zusammenhalt, Nutzen, Willen, Leistung, prägen die Gesellschaft.
Dies ist keine ideale Utopie einer Menschheit, denn der Mensch ist von Grundauf Böse und eignet sich durch Sozialisation und Prägung Eigenschaften an, die ihn/sie im Leben eine Persönlichkeit entwickeln lassen. Diese ist dann in einem gleichem Maße Böse und Gut, wobei es schwierig für mich ist Böse als Böse zu definieren, denn jeder empfindet Böse und Gut als etwas anderes aufgrund seiner Prägung und Sozialisation.
Fakt ist, das eine natürliche, intelligentere Gesellschaft nicht besser wäre, da sie weiterhin nach Chaos und Zerstörung streben würde…Es liegt eben in der Natur des Menschen.
Obwohl ich weiß, aus welchen Gründen ich emotional, übertrieben, in mich gekehrt, reagiere, kann ich die Reaktion trotzdem nicht unterbinden. Es ist so, als wenn man den roten Knopf vor sich sieht und daneben das Schild: Do not touch! Die Aktion folgt als Reaktion und die Reflektion, somit das Hinterfragen dessen, erst später. Der Mensch ist dafür gemacht zu stolpern, Fehler zu begehen, denn nur so weiß er was er besser machen kann. Nur warum tut er es dann nicht endlich mal und lernt aus seinen Fehlern?
In der Geschichte gab es immer welche, die es besser und anders machen wollten. Man lasse ein paar Stunden, Tage, Monate, Jahre, Jahrhunderte vergehen und sehe sich das Resultat an. Katastrophale Gleichnisse. Egal in welchen Epochen, egal von welchem Volk / Oberhaupt begangen.
Erst wenn wir erkennen, das wir alle gar nicht so unterschiedlich sind und im Endeffekt alle das gleiche wollen, primär, wird einem klar, das der Einzelkampf nur zu Kapitulation zwingt. Kapitulation vor sich selbst und vor der Gesellschaft. Natürlich sind wir alle Individuen, die einen mehr, die anderen weniger. Und trotzdem gehören wir der Masse an. Niemand ist besonders, niemand ist anders. Ich bin nicht Elizabeth I. Und ich möchte nicht die letzte sein. Ich bin du und du bist ich. Das möchte ich dich wissen lassen. Ich bin homogen und heterogen. Beides stößt sich ab und zieht sich an.




